Nachhaltigkeitsberichterstattung
9 Minuten

Wie Business Central Sie bei Ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung unterstützen kann

Was hat Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsberichterstattung eigentlich mit ERP-Systemen zu tun?

Genau diese Frage habe ich mir auch gestellt und kurzerhand eine Hausarbeit in der Uni darüber verfasst. Das Thema Nachhaltigkeit interessiert mich sehr und durch meine Arbeit bei PROTAKT lag es dementsprechend nahe, die Themen Nachhaltigkeit und ERP-Systeme in Bezug zueinander zu setzen.


Was ist Nachhaltigkeit eigentlich?

Grundlegend beschreibt Nachhaltigkeit das Modell zur Erhaltung natürlicher Ressourcen und bereits im Brundlandt-Bericht aus 1987 wurde der Begriff um den Anspruch erweitert, ökologische, soziale und ökonomische Ziele derart miteinander zu verbinden, dass entsprechende Ressourcen auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen sollen. Also kurz: Wir sollten in solcher Weise mit der Umwelt umgehen, dass auch andere nach uns noch was davon haben.

Gerade in unserer modernen und stets nach neuen Höhen strebenden Wirtschaft scheint das nun also erstmal etwas widersprüchlich. Immerhin werden wir weltweit immer mehr Menschen und diese müssen versorgt werden. Es gibt immer mehr Konsumgüter auf dieser Erde und diese wollen auch irgendwie hergestellt werden. Dafür benötigt es natürliche Ressourcen, die allerdings nur endlich zur Verfügung stehen. Gerade deshalb ist es so wichtig, nachhaltig zu wirtschaften. Sonst laufen wir Gefahr, mehr Ressourcen zu verbrauchen als wir und die Umwelt eigentlich zur Verfügung stellen können. Dadurch schaden wir also nicht nur unserer Umwelt, was alleine schon schlimm genug wäre, sondern auch uns selbst.


Die Relevanz der ESG-Reportings

Natürlich ist Nachhaltigkeit ein omnipräsentes Thema. Egal ob in Werbeanzeigen, sämtlichen Medien oder dem privaten Umfeld: Jede*r von Ihnen wird regelmäßig damit konfrontiert. Und somit macht es auch vor der Wirtschaft nicht Halt. Gerade deshalb wurde die CSRD-Verordnung ins Leben gerufen. CSRD steht für Corporate Sustainability Reporting Directive und beschreibt die europäische Gesetzgebung, welche sich mit Nachhaltigkeitsberichten beschäftigt.

Relevant ist dieses Thema, da seit Anfang 2023 eine gesetzliche Pflicht zur Offenlegung eines sogenannten „ESG-Reportings“ besteht, von der viele Unternehmen direkt betroffen sind. Jedoch sind mit den Omnibus-Paketen Änderungen und Lockerungen vorgesehen, die bereits teilweise in Kraft getreten sind. Im März diesen Jahres hat das europäische Parlament den ersten Teil der Omnibus-Richtlinien erlassen. Auf unserer Sustainability-Seite finden Sie weitere Infos zu den Inhalten des Omnibus I-Pakets.

Doch Moment. Was bedeutet ESG? Die Initialen ESG bilden sich aus den drei Worten Environmental, Social und Governance, zu Deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Anhand dieser Kriterien können Unternehmen bewertet werden. Es wird also geschaut, wie aktiv sich ein Unternehmen beispielsweise mit seiner eigenen Nachhaltigkeit auseinandersetzt, welche Maßnahmen in Bezug darauf ergriffen werden und wie effektiv diese sind. Aus diesen drei Kriterien lässt sich dann der sogenannte ESG-Score bilden, den Sie in Ihrem Unternehmen vielleicht auch schon ausweisen müssen. Der Score selbst wird durch entsprechende Rating-Organisationen berechnet. Hier unterscheiden sich die Standards zur Bewertung der Unternehmen je nach Organisation. Die Berechnung basiert aber immer auf den Daten rund um das bewertete Unternehmen, der entsprechenden Branche und Strukturen innerhalb des jeweiligen Geschäftszweigs.

Der ESG-Score erleichtert beispielsweise Investoren die Auswahl der für sie passenden Unternehmen. Kann Ihr Unternehmen einen hohen ESG-Score ausweisen, ist es statistisch gesehen langfristig beständiger und eine Investition in Ihr Unternehmen bindet geringere Risiken. Ein Teil dieser geringeren Risiken entspringt der erwarteten stärkeren Resilienz gegenüber Umbrüchen in den ESG-Bereichen, wie beispielsweise den Auswirkungen des Klimawandels. All diese Aspekte können sich wiederum insgesamt positiv auf die Außenwirkung, Wettbewerbsfähigkeit, Profitabilität und Reputation Ihres Unternehmens auswirken.
Langfristig gesehen können Unternehmen durch nachhaltiges Wirtschaften von den oben bereits beschriebenen Vorteile der gesteigerten Resilienz oder der Reputationsgewinnung profitieren. Aber nicht nur in der Außenwirkung profitieren Sie davon. Eine nachhaltige Handlungsweise in Ihrem Unternehmen bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Effizienz zu steigern und so Ihre Kosten zu senken.


Nachhaltigkeit leicht gemacht mit Business Central

Jetzt ist es natürlich gar nicht so leicht, als Unternehmen einen Überblick darüber zu behalten, wie nachhaltig Sie wirklich sind. Welche Umweltbilanz hat denn nun der Kauf Ihres neuen Laptops? Ist Ihr Lieferant überhaupt nachhaltig unterwegs? Und sollten wir alle zur Liebe zur Umwelt lieber nur einen statt fünf Kaffee am Tag trinken?

Genau dabei kann ein ERP-System helfen. Auch wenn aufgrund der relativ neuen gesetzlichen Verordnung und den erst kürzlich erlassenen Lockerungen die Funktionen noch in den Kinderschuhen stecken, lässt sich die Erfassung und Auswertung von Umweltbilanzen mithilfe von ERP-Systemen wie Business Central deutlich vereinfachen.

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung innerhalb Business Central fokussiert sich zunächst auf die Erfassung, Sammlung und Verarbeitung von Daten zu den produzierten Treibhausgasemissionen Ihres Unternehmens. Die Eingabe der Emissionswerte von beispielsweise Produkten kann manuell erfolgen oder aber durch ein integriertes Feature in Business Central berechnet und bei einem Verkauf direkt der Menge entsprechend angegeben werden. Das Feature von Microsoft ermöglicht sowohl eine manuelle als auch eine vordefinierte Erfassung von Emissionsdaten in Nachhaltigkeitserfassungsposten. Eine direkte Erfassung der angefallenen Emissionen durch Einkaufsbelege, die Abbildung von Käufen von Emissionszertifikaten oder die Berechnung einer internen CO2-Gebühr sind ebenfalls möglich. Sie können in Business Central aber auch die Analyse von Emissionsdaten und die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten durchführen. Auch die Emissionen aus Ihren Produktionsschritten oder die Umweltbelastung Ihrer Lieferanten lassen sich im System hinterlegen, wo sie dann automatisch abgerufen werden. Zusätzlich lassen sich eigene Scorecards und Ziel-Emissionswerte festlegen, die mit eigens vorgegebenen Ausgangswerten verglichen werden können.

So erkennen Sie direkt, an welchen Stellen noch Potential zur Einsparung von CO2-Belastungen besteht. Mit Ihrem ERP-System können Sie also die Prozesse innerhalb Ihres Unternehmens im Auge behalten, dokumentieren und optimieren. Damit können Sie Ihren ökologischen Fußabdruck überwachen und Maßnahmen zur Verringerung ergreifen. Die dadurch entstehende Transparenz über Prozesse und Daten schafft die Grundlage, damit Sie Ihre gesamte Prozessstruktur, Transportwege oder Lieferketten gezielt analysieren und optimieren können.

Beispielsweise können Sie durch eine effizientere Routen- und Beladungsplanung die ausgestoßenen Emissionen verringern oder Ihre zu liefernden Mengen so flexibel anpassen, dass weniger Lieferungen nötig sind. Auch können Sie den Überblick über Ihre Verbrauchsgüter wie Energie, Wasser oder sonstigen knappen Ressourcen behalten.


Unser Fazit

Also auch, wenn die Themen Nachhaltigkeit und ERP-System zunächst vermuten lassen, dass sie nicht zusammengehören, zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass mit digitalen Systemen einiges getan werden kann, um die eigene Umweltbilanz niedrig zu halten. Sie können ein starker Treiber für eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie sein.

Sie möchten mehr zu den Themen Nachhaltigkeit und ERP-Systemen erfahren?


Über die Autorin

Katharina Falkenstein · marketing

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