- Die PPWR kennt mehrere Rollen entlang der Lieferkette
- Welche Rollen die PPWR unterscheidet
- Warum Erzeuger und Hersteller für viele Unternehmen im Mittelpunkt stehen
- Der Erzeuger: Ihre Verantwortung für die Verpackung selbst
- Der Hersteller: Ihre Verantwortung für das Inverkehrbringen im Markt
- Mengenmeldungen: Wo ERP-Systeme unterstützen können
- Auch die weiteren Rollen sind für die Praxis relevant
- Viele Unternehmen nehmen mehrere Rollen gleichzeitig ein
- Unser Fazit: Wer seine Rolle kennt, kann PPWR-Pflichten gezielt umsetzen

Die Verantwortlichkeiten in der PPWR – Warum Sie Ihre Rolle in der Lieferkette jetzt genau kennen sollten
Mit der PPWR verteilt die EU die Verantwortung für Verpackungen neu entlang der gesamten Lieferkette. Für Unternehmen bedeutet das: Es reicht künftig nicht mehr aus, nur allgemein zu wissen, dass man betroffen ist. Entscheidend ist vielmehr, in welcher Rolle man betroffen ist. Die Verordnung kennt mehrere Wirtschaftsakteure, darunter Erzeuger, Hersteller, Importeure, Vertreiber, Fulfillment-Dienstleister und Bevollmächtigte. Besonders relevant sind jedoch für viele Unternehmen die Rollen Erzeuger und Hersteller, weil hier die zentralen Pflichten rund um Konformität, Registrierung und Systembeteiligung zusammenlaufen.
Die PPWR kennt mehrere Rollen entlang der Lieferkette
Mit der PPWR verändert sich Verpackungs-Compliance nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell. Die Verordnung unterscheidet verschiedene Wirtschaftsakteure und ordnet ihnen jeweils eigene Pflichten zu. Für Sie bedeutet das: Die Frage, ob Sie von der PPWR betroffen sind, ist nur der erste Schritt. Der zweite und entscheidende Schritt ist die Einordnung Ihrer konkreten Rolle.
Das ist in der Praxis deshalb so wichtig, weil sich Pflichten künftig nicht mehr nur allgemein aus dem Inverkehrbringen von Verpackungen ergeben, sondern aus Ihrer konkreten Funktion innerhalb der Lieferkette. Maßgeblich ist also unter anderem:
- wer Verpackungen herstellt oder herstellen lässt
- unter wessen Namen oder Marke Verpackungen in Verkehr gebracht werden
- wer die Lieferkette in einem Mitgliedstaat eröffnet
- welche Unternehmen an Import, Vertrieb oder Fulfillment beteiligt sind
Gerade dadurch wird deutlich: Die PPWR adressiert Verpackungs-Compliance nicht mehr nur als nachgelagerte Meldepflicht, sondern als Zusammenspiel mehrerer Verantwortlichkeiten über den gesamten Lebenszyklus und die gesamte Lieferkette hinweg.
Welche Rollen die PPWR unterscheidet
Die PPWR kennt mehrere Rollen, die Sie als Unternehmen zumindest einordnen sollten. Dazu gehören insbesondere:
Erzeuger
Der Erzeuger ist die Rolle, die sich vor allem auf die Verpackung selbst bezieht. Hier geht es vor allem um Konformität, technische Dokumentation und Kennzeichnung.
Hersteller
Der Hersteller ist die Rolle, die sich vor allem auf das Inverkehrbringen im jeweiligen Markt bezieht. Hier stehen insbesondere Registrierung, Systembeteiligung und Mengenmeldungen im Mittelpunkt.
Importeur
Diese Rolle wird relevant, wenn Verpackungen oder verpackte Produkte aus einem Nicht-EU-Land in die Europäische Union eingeführt werden.
Vertreiber
Vertreiber sind Unternehmen, die Verpackungen oder verpackte Produkte innerhalb der Lieferkette bereitstellen oder weitergeben.
Fulfillment-Dienstleister
Diese Rolle ist besonders im E-Commerce wichtig, wenn externe Partner Lagerung, Verpackung oder Versandprozesse übernehmen.
Bevollmächtigter
Ein Bevollmächtigter kann in bestimmten Konstellationen formale Aufgaben für ein Unternehmen übernehmen, insbesondere in grenzüberschreitenden Zusammenhängen.
Schon dieser Überblick zeigt: Die PPWR denkt Verantwortung nicht nur an einer Stelle, sondern entlang mehrerer Stationen im Markt. Für viele Unternehmen werden jedoch vor allem zwei Rollen besonders relevant — Erzeuger und Hersteller.

Warum Erzeuger und Hersteller für viele Unternehmen im Mittelpunkt stehen
Obwohl die PPWR mehrere Rollen kennt, liegt der Fokus in der Praxis häufig auf Erzeuger und Hersteller. Das liegt daran, dass sich an diesen beiden Rollen die zentralen Anforderungen der Verordnung bündeln.
Der Erzeuger steht vor allem für die Verantwortung rund um die Verpackung selbst.
Der Hersteller steht vor allem für die Verantwortung rund um das Inverkehrbringen im jeweiligen Mitgliedstaat.
Diese Unterscheidung ist für Sie deshalb so wichtig, weil die daraus folgenden Pflichten sehr unterschiedlich sind. Wer hier falsch einordnet, riskiert nicht nur Unsicherheit im eigenen Prozess, sondern auch Lücken in der operativen Umsetzung.
Der Erzeuger: Ihre Verantwortung für die Verpackung selbst
Als Erzeuger gelten Sie grundsätzlich dann, wenn Sie Verpackungen oder verpackte Produkte selbst herstellen oder unter Ihrem eigenen Namen beziehungsweise Ihrer eigenen Marke herstellen lassen.
Entscheidend ist dabei nicht zwingend, wer die Verpackung physisch produziert. Maßgeblich ist vielmehr die Verbindung zwischen Verpackung und Ihrem Namen oder Ihrer Marke. Auch Konstellationen, in denen Sie Verpackungen entwickeln oder im Sinne einer verlängerten Werkbank herstellen lassen, fallen darunter.
Für Sie ist diese Rolle vor allem deshalb relevant, weil sie direkt mit den neuen Anforderungen an die Verpackungskonformität verknüpft ist. Dazu gehören insbesondere:
- das Konformitätsbewertungsverfahren
- die technische Dokumentation
- die EU-Konformitätserklärung
- die Kennzeichnung der Verpackung
- die Aufbewahrung der entsprechenden Unterlagen
Damit verschiebt sich der Fokus deutlich nach vorn. Verpackungs-Compliance beginnt nicht mehr erst bei der Registrierung oder Mengenmeldung, sondern bereits bei der Verpackung selbst: bei ihrer Gestaltung, ihrer Zusammensetzung und ihrer Nachweisführung.
Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Für die PPWR zählt nicht jede Verpackungskomponente isoliert, sondern die Verpackungseinheit. Gemeint ist die Gesamtheit aller Verpackungsbestandteile, die zusammen eine Verkaufseinheit oder eine funktionale Verpackung bilden. Für Sie bedeutet das: Verpackungsdaten müssen künftig strukturierter, vollständiger und konsistenter vorliegen als bisher.
Der Hersteller: Ihre Verantwortung für das Inverkehrbringen im Markt
Von der Rolle des Erzeugers klar zu trennen ist die Rolle des Herstellers.
Vereinfacht gesagt sind Sie Hersteller dann, wenn Sie die Lieferkette in dem Mitgliedstaat eröffnen, in dem die Verpackung später zu Abfall wird. Gerade diese Logik weicht in wichtigen Punkten vom bisherigen Verständnis unter dem deutschen Verpackungsgesetz ab und ist deshalb für viele Unternehmen besonders relevant.
Wenn Sie Hersteller sind, liegt Ihr Schwerpunkt auf den marktbezogenen Pflichten. Dazu gehören insbesondere:
- die Registrierung in den relevanten Registern,
- die Systembeteiligung,
- die Mengenmeldungen,
- und gegebenenfalls weitere organisatorische Pflichten im Zusammenhang mit Marktbeteiligung und Datenbereitstellung.
In der Praxis ist das besonders wichtig für Unternehmen mit:
- grenzüberschreitenden Lieferketten,
- Handelsstrukturen,
- Eigenmarkenkonzepten,
- oder E-Commerce-Modellen.
Für Sie heißt das: Die Herstellerrolle sollten Sie nicht nur formal prüfen, sondern entlang Ihrer tatsächlichen Vertriebswege. Wo wird eine Verpackung in einem Mitgliedstaat erstmals relevant? Wer bringt sie dort in Verkehr? Und auf wen fallen damit Registrierung, Systembeteiligung und Mengenmeldung zurück?
Genau an dieser Stelle entscheidet sich häufig, ob ein Unternehmen seine PPWR-Pflichten später sauber umsetzen kann.
Mengenmeldungen: Wo ERP-Systeme unterstützen können
Mengenmeldungen sind unter der PPWR vor allem auf Herstellerebene ein zentrales Thema. In der Praxis zeigt sich dabei schnell: Entscheidend ist nicht nur die Pflicht zur Meldung, sondern vor allem die Verfügbarkeit verlässlicher Verpackungsdaten.
ERP-Systeme können hier helfen, indem sie relevante Informationen direkt in bestehende Prozesse einbinden – etwa in Artikelstämme, Stücklisten oder Versandprozesse. So lassen sich Mengenmeldungen strukturierter, konsistenter und mit weniger manuellem Aufwand vorbereiten.
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Auch die weiteren Rollen sind für die Praxis relevant
Auch wenn Erzeuger und Hersteller für viele Unternehmen im Zentrum stehen, sollten die übrigen Rollen nicht unterschätzt werden. Denn gerade an den Schnittstellen der Lieferkette entstehen in der Praxis häufig die größten Abstimmungs- und Datenprobleme.
Wenn Sie beispielsweise importieren, mit Handelspartnern arbeiten, externe Fulfillment-Prozesse nutzen oder formale Aufgaben in internationalen Konstellationen organisieren, dann können Importeur, Vertreiber, Fulfillment-Dienstleister und Bevollmächtigter für Ihre PPWR-Umsetzung sehr wohl relevant werden.
Für Sie bedeutet das: Auch wenn der erste Blick meist auf Erzeuger und Hersteller fällt, sollten Sie Ihre Liefer- und Vertriebsstruktur immer ganzheitlich betrachten. Denn oft entscheidet nicht nur eine einzelne Rolle über die Compliance, sondern das Zusammenspiel mehrerer Beteiligter.
Viele Unternehmen nehmen mehrere Rollen gleichzeitig ein
Die eigentliche Herausforderung der PPWR liegt nicht nur in der Zahl der Rollen, sondern in ihrem Zusammenspiel. Ein Unternehmen kann gleichzeitig Erzeuger und Hersteller sein und darüber hinaus Berührungspunkte zu Importeuren, Vertreibern oder Fulfillment-Dienstleistern haben.
Genau deshalb ist die Rollenzuordnung kein rein juristisches Detail, sondern ein praktisches Steuerungsthema für mehrere Bereiche im Unternehmen — etwa für Produktmanagement, Einkauf, Logistik, Vertrieb und Compliance.
Für Sie bedeutet das: Der erste Schritt sollte immer darin bestehen, die eigene Rolle sauber zu bestimmen. Wer ist für die Verpackung selbst verantwortlich? Wer bringt sie in welchem Markt in Verkehr? Welche weiteren Akteure sind in die Lieferkette eingebunden? Erst auf dieser Grundlage lassen sich Pflichten korrekt zuordnen und Prozesse sinnvoll aufbauen.
Unser Fazit: Wer seine Rolle kennt, kann PPWR-Pflichten gezielt umsetzen
Die PPWR schafft kein einfaches Ein-Rollen-Modell, sondern ein differenziertes System von Verantwortlichkeiten entlang der Lieferkette. Für viele Unternehmen stehen dabei zu Recht Erzeuger und Hersteller im Mittelpunkt. Denn genau hier liegen die zentralen Pflichten rund um Konformität, Dokumentation, Kennzeichnung, Registrierung und Systembeteiligung.
Gleichzeitig sollten Sie die weiteren Rollen nicht aus dem Blick verlieren. Denn Importeur, Vertreiber, Fulfillment-Dienstleister oder Bevollmächtigter können an wichtigen Schnittstellen Ihrer Liefer- und Vertriebsstruktur entscheidend werden.
Wenn Sie Ihre Rolle im PPWR-System frühzeitig sauber bestimmen, schaffen Sie die Grundlage für rechtssichere Prozesse, belastbare Daten und eine deutlich klarere operative Umsetzung.
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Über den Autor
philipp Respondek · trainee Functional Consultant
Im Rahmen meines Trainee‑Programms zum Functional Consultant durchlaufe ich das Microsoft Upskill‑Programm und bin Teil der #BCTalent Community.
Ich habe ein BWL‑Studium abgeschlossen und währenddessen erste Erfahrungen im Produktmanagement gesammelt. Derzeit bin ich funktional hauptverantwortlich für die Betreuung der App lizentro und sammle darüber hinaus in diversen Kundenprojekten weitere Praxiserfahrung.

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